Archiv der Kategorie 'Text'

Rostock kaput!

Ein antifaschistischer Beitrag zum 70. Jahrestag des Luftangriffes auf die Hansestadt

Anlässlich des 70. Jahrestages der Luftangriffe auf Rostock beziehen auch wir als antifa_unlimited Stellung zu diesem Thema. Während Neonazis in aller Regelmäßigkeit bundesweit ihre Opferphantasien zur Schau tragen und sich auch die hiesige Naziszene jährlich in kleineren Gedenkaktionen versucht, widmet die Hansestadt in diesem Jahr dem historischen Ereignis unter anderem eine Veranstaltungsreihe unter dem Titel „Rostock in Trümmern“. Diese Thematik kann jedoch nicht isoliert betrachtet werden, sondern muss in ihrem historischen Kontext gestellt werden. Der folgende Beitrag zeigt, dass Rostock als eine der kriegswichtigen Rüstungsstädte im Dritten Reich eine weitaus größere Rolle im nationalsozialistischen Deutschland gespielt hat, als es die relativierende Haltung der Stadt und vor allem der Rostocker Naziszene versucht glaubhaft zu machen. Zwangsarbeit, Antisemitismus, und NS Terror waren auch in Rostock zuhause.

Nichts und niemand ist vergessen!

Ein Redebeitrag der antifa_unlimited

download as pdf-file

Zum zehnten Mal jähren sich in diesem Jahr die Morde an den Greifswalder Obdachlosen Klaus-Dieter Gerecke und Eckard Rütz. Erstmals versuchten Neonazis in den letzten Tagen in den öffentlichen Erinnerungsdiskurs zu intervenieren und das Gedenken für sich zu instrumentalisieren. Die örtliche Nazigruppierung legte einen Kranz nieder und auf einschlägig bekannten Neonaziwebseiten wurde zum Gedenken an die Obdachlosenmorde aufgerufen. Warum Neonazis bei diesem Anlass nichts zu suchen haben, was hinter ihren Parolen zum Gedenken steckt und warum die Ursachen der Morde in der Verfasstheit dieser Gesellschaft liegen… (mehr…)

Von Clowns, Luftballons und Neonazis

Da steht ein Mann als Clown verkleidet an einem Brunnen und verteilt Bonbons an Kinder, während andere auf der aufgestellten Hüpfburg toben. Im Hintergrund läuft die Kinderhitparade, die Eltern stehen am Grill, essen Bratwurst und die Sonne scheint. Ein Kinderfest ist in vollem Gange.
Es könnte ein schönes Bild sein, was sich den Passant_innen bietet, die die Stralsunder Brunnenaue durchqueren, ist es aber nicht.
Es ist ein Fest veranstaltet von Neonazis, schon auf den ersten Blick als politische Veranstaltung zu erkennen, in der ostvorpommerschen Stadt Anklam hätte sich ein ähnliches Bild bieten können. Mehrere NPD-Sonnenschirme flattern im warmen Wind, ein Mann verteilt NPD-Flugblätter und auf den Bonbons, die der Clown den Kindern gibt steht „NPD – Die Nationalen“. Der Clown selbst ist kein Unbekannter, hinter dem geschminkten Gesicht mit dem großen, roten Mund verbirgt sich der Landtagsabgeordnete der NPD Raimund Borrmann. Ein anderer Mann steht etwas abseits der Hüpfburg und wirft ein waches Auge auf sie. Name ist Dirk Arendt. Er ist Abgeordneter der NPD im Stralsunder Stadtparlament, Vorsitzender des NPD-Kreisverbandes Nordvorpommern und Hüpfburgenbesitzer.
(mehr…)