Rostocker Neonazi als Security auf Warnemünder Woche

Die Warnemünder Woche bietet neben einer bundesweit bekannten Segelregatta auch ein vielfältiges kulturelles Rahmenprogramm. Neben zahlreichen Verkaufsständen und einem Pressezelt lokaler Zeitungen auf der Promenade gibt es auch eine Bühne am Leuchtturm, auf der allabendlich Bands für Unterhaltung sorgen. Zuständig für die Bühnensicherheit ist die Firma Exsiro. Einer der Mitarbeiter, die dies gewährleisten sollen, ist der aktive Neonazi Michael Fischer. „Wer wiederholt rechte Straftaten begeht und Menschen wegen ihrer Herkunft, politischen oder sexuellen Orientierung attackiert, darf nicht für den Schutz von Menschen eingesetzt werden.“, sagt dazu Frank Schönwald, Pressesprecher der Gruppe antifa unlimited.

Der Rostocker Michael Fischer ist seit Jahren ein wichtiger Akteur der rechten Szene in der Hansestadt. Er ist Mitglied der Neonazikameradschaft „Nationale Sozialisten Rostock“, die durch Schmierereien, die Verbreitung rechter Propaganda und Beteiligung an NPD-Demonstrationen auffällt. Bei diesen Aufmärschen kommt es immer wieder zu Übergriffen auf Gegendemonstranten und Pressevertreter. Aus seiner rechten Gesinnung macht Michael Fischer keinen Hehl, so ist er auch in der JN, dem Jugendverband der NPD, aktiv. Der junge Neonazi ist zuständig für Infostände und tritt als Wahlkampfhelfer der NPD auf. Am Rande von Demonstrationen ist er als Fotograf tätig und macht dabei gezielt Bilder von vermeintlichen politischen Gegnern. Zusätzlich zeigt er sich als Autor verantwortlich für zahlreiche Artikel auf einer landesweiten neonazistischen Internetplattform, die als Sprachrohr der rechten Szene Mecklenburg-Vorpommern fungiert.

Seit Beginn der Warnemünder Woche am 02.07.2011 wird Michael Fischer von der Sicherheitsfirma Exsiro u.a. für die Sicherung der Bühne am Leuchtturm eingesetzt. Die Promenade des Ostseebads ist ihm nicht unbekannt, immerhin nutzten die „Nationalen Sozialisten Rostock“ in der Vergangenheit Warnemünde wiederholt für ihre Aktionen. Es fanden schon mehrere unangemeldete Demonstrationen der Kameradschaft statt, wie zum Beispiel ein Fackelmarsch in Gedenken an den Nationalsozialisten Horst Wessel. Ferner mischten sich Neonazis am 23.04.2011 mit einem Transparent unter einen Osterfackelumzug und verteilten Flyer. Die Fläche rund um den alten Leuchtturm erfüllt dabei die Funktion eines Rückzugorts, weil dort einerseits viele Menschen erreicht werden können und andererseits nur bedingt mit antifaschistischem Protest zu rechnen ist. Es ist zu befürchten, dass Michael Fischer nun auch seine Arbeit für rechte Propaganda nutzen kann. So wurden rund um die Bühne am Leuchtturm auffällig viele NPD-Aufkleber verklebt. Frank Schönwald, der Pressesprecher der Gruppe antifa unlimited, sagt dazu: „Es ist höchst fragwürdig, wenn ein gewaltbereiter Neonazi wie Michael Fischer auf der Warnemünder Woche Security-Aufgaben erfüllt. Nicht nur, dass er für eine solche Aufgabe nicht geeignet ist, auch die zahllosen Touristen haben sicher keine Lust im Urlaub mit Neonazis und ihrer Propaganda konfrontiert zu werden.“

Auf der Website von Exsiro heißt es: „Sportliche und kulturelle Veranstaltungen […] zu veranstalten heißt auch Verantwortung für die Sicherheit der Besucher und Teilnehmer zu übernehmen. Der Einsatz unserer professionellen Ordnungskräfte sorgt dafür, dass Ihre Besucher und Gäste Ihre Veranstaltung als positives Erlebnis mitnehmen und gern wieder kommen.“ Dem eigenen Anspruch wird die Sicherheitsfirma damit nicht genüge. Verantwortung für Schutz und Sicherheit des Publikums schließt die Beschäftigung eines stadtbekannten und aggressiven Neonazis aus. Menschen mit eindeutig rassistischer Rechtsauffassung wie Michael Fischer anzustellen kann nicht im Interesse der Organisatoren und der Stadt Rostock liegen. Unter den Augen von Neonazis feiern zu müssen schafft Angst und Bedrohung und nicht die erhoffte Erholung und Partystimmung.

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antifa_unlimited, 08.Juli 2011

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