Fragwürdiges Engagement: Neonazi auf Warnemünder Woche

Michael Fischer Neonazi Rostock

Die vom 02. bis zum 10. Juli 2011 stattfindende Warnemünder Woche bietet u.a. eine bundesweit bekannte Segelregatta . Auf der von NDR 1 Radio MV betriebenen Bühne findet allabendlich ein buntes Rahmenprogramm statt. Zuständig für die Sicherheit der Bühne am Leuchtturm ist die Firma Exsiro. Der Rostocker Nazikader Michael Fischer ist einer der Mitarbeiter, die die Bühne bewachen.

Kader der rechten Szene

Seit Anfang der Woche ist Michael Fischer in Rostock Warnemünde im Auftrag der Securityfirma Exsiro angestellt. Zu seinen Aufgaben zählt u.a. das Bewachen der Hauptbühne der Großveranstaltung. Der Rostocker ist seit Jahren ein wichtiger Akteur der rechten Szene in der Hansestadt. Er ist sowohl in der NPD aktiv als auch Teil der freien Kräfte. Eine solche Kombination ist in Mecklenburg-Vorpommern keine Ausnahme, denn dieses Phänomen ist seit Anfang 2006 zum Regelfall geworden. Michael Fischer ist Mitglied der „Nationalen Sozialisten Rostock“. Diese Neonazikameradschaft bedient sich der Strategien sogenannter „autonomer Nationalisten“. Zu ihren Aktionsfeldern gehören neben der Verbreitung rechter Propaganda, Schmierereien, der Beteiligung an rechten Aufmärschen im ganzen Bundesgebiet und Gewalttaten auch das Erfüllen von Laufburschenaufgaben für die NPD. Der Nazikader ist auch tonangebend im Jugendverband der NPD in MV, den „Jungen Nationaldemokraten Mecklenburg und Pommern“. So beteiligte er sich etwa am 14.Mai 2011 an einem Infostand in Schwerin und tritt im Rahmen der bevorstehenden Landtagswahl als Wahlkampfhelfer auf. Am Rande von NPD-Demonstrationen in Mecklenburg-Vorpommern ist er als Fotograf tätig und macht dabei gezielt Bilder von Gegendemonstrant_innen. Zusätzlich zeigt er sich als Autor verantwortlich für zahlreiche Artikel auf der landesweiten neonazistischen Internetplattform „MuP Info“. Das unterstreicht, dass Michael Fischer keinen Hehl aus seiner rechten Gesinnung macht. Der Versuch sie zu verschleiern wäre allerdings auch wenig erfolgversprechend, wie mehrere bereits erfolgte „Outings“ seiner Person zeigen. Auch der Abbruch seines Erststudiums im Bereich der Politikwissenschaften könnte damit zusammenhängen; inzwischen hat er das Studienfach gewechselt.

Warnemünder Woche 2011

Ostseebad als rechte Spielwiese

Nun arbeitet der junge Neonazi in Warnemünde. So kann es auch kein Zufall sein, dass der Platz um die Bühne mit zahlreichen NPD-Aufklebern übersät ist. Die Promenade des Ostseebads ist ihm nicht unbekannt, immerhin nutzten die „Nationale(n) Sozialisten Rostock“ Warnemünde wiederholt für ihre Aktionen. So gab es mehrere spontane Aufmärsche u.a. ein Fackelmarsch in Gedenken an den Nationalsozialisten und SA-Mann Horst Wessel, an dem sich ca. 20 Neonazis beteiligten. Wenn die NSR Flyer verteilt, dann kann man sich fast sicher sein, dass sie dies auch in Warnemünde macht – so etwa im Vorfeld der NPD-Demonstration am 1.Mai 2010. Während der letzten Hanse-Sail gab es eine Transparentaktion und die Flyer wurden nicht nur verteilt, sondern auch vom Leuchtturm geworfen. Am 23.04.2011 mischte sich die NSR dann sogar mit einem Banner unter einen Osterfackelumzug und verteilte Flyer zum Thema „Volkstod“. Die Vorliebe der Kameradschaft für Warnemünde liegt in zwei Faktoren begründet. Zum einem wird das Ostseebad von vielen Touristen frequentiert, zum anderen müssen sie im Stadtzentrum mit vermehrtem antifaschistischem Widerstand rechnen.

Gewaltbereiter Neonazi als Security

Die Sicherheitsfirma Exsiro wirbt auf ihrer Website mit folgendem Statement: „Sportliche und kulturelle Veranstaltungen […] zu veranstalten heißt auch Verantwortung für die Sicherheit der Besucher und Teilnehmer zu übernehmen. Der Einsatz unserer professionellen Ordnungskräfte sorgt dafür, dass Ihre Besucher und Gäste Ihre Veranstaltung als positives Erlebnis mitnehmen und gern wieder kommen.“ Dem eigenen Anspruch wird die Sicherheitsfirma mit Angestellten wie Michael Fischer nicht gerecht. Es grenzt an Fahrlässigkeit, Besucher_Innen in Obhut eines stadtbekannten Neonazis zu geben. Menschen diesem Risiko aussetzen ist unverantwortlich und gefährlich. Es bleibt zu hoffen, dass die Sicherheitsfirma Exsiro nicht wusste, wer da in ihrem Namen die Bühne am Leuchtturm bewacht. Verantwortung für Schutz und Sicherheit des Publikums schließt die Beschäftigung des gewaltbereiten jungen Neonazi aus. Es liegt bei den Organisator_Innen der Warnemünder Woche für entspannte, sichere und nazifreie Festtage zu sorgen.

Michael Fischer Neonazi Rostock Warnemünder Woche 2011
Bild via:
Michael Fischer Neonazi Rostock Warnemünder Woche 2011
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